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Eine ruhige Viertaktgangart, bei der das Pferd die Hufe in der Reihen-
folge links vorne - rechts hinten - rechts vorne - links hinten setzt,
wobei die Bewegungen sich ein wenig überlappen.
Der Galopp kann als eine Abfolge von Sprüngen aufgefasst werden.
Nach neuesten Messungen ist der Galopp eigentlich eine Viertaktgang-
art, da links hinten und rechts vorne in der Bewegungsfolge nicht wirklich
exakt gleichzeitig gesetzt werden. Je schneller der Galopp geritten wird,
umso größer ist der zeitliche Unterschied zwischen links hinten und rechts
vorne. Der Unterschied ist allerdings so gering, dass er für den Reiter
unbedeutend ist. Es gibt allerdings zwei Fälle, in denen der Viertakt
deutlich sichtbar wird: Beim sehr schnellen Renngalopp sowie beim
extrem langsamen Galopp. Letzteres ist je nach Reitweise erwünscht
oder verpönt.
Eine schnelle Zweitaktgangart, bei der jeweils das diagonale Beinpaar
gemeinsam vorgeschwungen wird. Zwischen den beiden Takten gibt
es dabei eine kurze Schwebephase. Ein Trab auf der Stelle, eine Übung
aus der hohen Schule, wird als eine Piaffe bezeichnet, ein Trab mit einer
verlängerten Schwebephase und akzentuierter gehobenen Beinen als
Passage.
Die besonderen Gangarten sind nicht bei allen Rassen
anzutreffen. Meist sind diese Gangarten genetisch festgelegt.
Ein Erlernen des Passgangs ist zwar für viele Pferde möglich,
aber solche mit der genetischen Anlage dazu, tun sich sehr
viel leichter dabei. Ein Pferd hat maximal fünf Gangarten.
Tölt ist eine Spezialgangart, die für den Reiter besonders angenehm
und rückenschonend ist, da er im Gegensatz zu Trab und Galopp
keine Sprung- bzw. Schwebephase hat, und sich der Rücken des
Pferdes dabei weder aufwärts noch abwärts bewegt. Die Bewegungs-
folge ist wie im Schritt, allerdings kann der Tölt im Gegensatz zum
Schritt auch in hohem Tempo - dem Renntölt - geritten werden.
Ähnlich wie etwa der Schritt ist der Tölt ein Viertakt.
Ursprünglich hatten alle Pferde eine genetische Veranlagung für den
Tölt. Töltende Pferde wurden im Mittelalter auch als "Zelter" bezeichnet.
Es ist aber falsch, dass nur die seit gut 1.000 Jahren reingezüchteten
Islandpferde den Tölt beherrschen. Auch viele andere Rassen wie
Aegidienberger, American Saddlebreds, Berber und Traber können
tölten. Es gibt spezielle Gangpferdeturniere für Islandpferde und
weitere töltende Rassen.
Beim Pass handelt es sich um eine laterale Gangart; ein Zweitakt in
vier Phasen, bei dem die gleichseitigen Beinpaare abwechselnd auffußen.
Der Pass wurde in der Vergangenheit gerne bei Pferden gesehen, die
unter dem Damensattel gingen, da er bequemer zu sitzen war. Beim
Gangpferdereiten hingegen gilt der Rennpass als die Königsgangart
und wird nur im Renntempo über kurze Distanzen geritten. Hierbei
entsteht eine Flugphase und das Pferd entwickelt enorme Kräfte, es
scheint zu fliegen. Der momentane Weltrekord auf der klassischen
Distanz über 250 m liegt bei 21,10 Sekunden. Im Gegensatz zum
Tölt ist der Rennpass bei wenigen Isländern genetisch fixiert. Wird
Pass langsam geritten spricht man vom Schweinepass, welcher als
fehlerhaft angesehen wird. Dass ein Pferd Schweinepass geht, weist
keineswegs darauf hin, dass es Rennpass gehen kann. Der Schweine-
pass ist ein Taktfehler im Tölt, der oft bei schlecht gerittenen Pferden
auftritt, aber mit fachkundiger Anleitung und Hilfsmitteln, behoben
werden kann.