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The Most Noble Order Of The Garter

Abbildung: Henry VIII ( 16. Jh ) - Mit seinen Rittern vom blauen Bande

Honi soit qui mal y pense

The Most Noble Order of the Garter, oder zu deutsch Hosenbandorden,
gilt, wie der Name schon sagt, zu den exklusivsten Ritterorden der Welt,
und existiert auch heute noch.

Der Orden wurde im Jahre 1348 n. Chr. von Edward III, König von
England, ins Leben gerufen, jedoch schon 1344 während eines großen
Turnieres in Windsor angekündigt. Er orientierte sich hierbei an die
Legende von König Arthur mit seinen Rittern der Tafelrunde, und tat
dies offen kund. Er versprach, den Gedanken der Bruderschaft von
Rittern, sowie allen ritterlichen Tugenden, zu erneuern; zu neuen
Dimensionen zu verhelfen. Der Heilige Georg, Schutzpatron der
Ritter und Soldaten, im Sinne der Tugenden, wurde Schutzpatron
des Ordens. Etwa zu der Zeit wurde im oberen Innenhof, dort wo
heute die State Appartments, und der Privatbereich der königlichen
Familie gelegen sind, mit dem Bau eines großen, runden Turmes
begonnen, welche die neue Tafelrunde beherbergen sollte. Angeblich
musste man für die neue Tafelrunde, die in der Mitte nicht geschlossen
war, und in der Form eher einem Hufeisen ähnelte, damit die Bediensteten
die Gäste leichter bedienen konnten, 52 Eichen schlagen. Bis zum Jahre
1348 stockte das Projekt aufgrund der Zuspitzung des Krieges mit
Frankreich, wurde dann aber wieder vorran getrieben, jedoch in
anderer Art und Weise.

Die St. Georges Chapel in Windsor Castle ist geistiges Heim des Ordens.

Abbildung: Edward III -

Die Namensgebung

Wie der Orden nun wirklich seinen Namen erhalten hat, ist nicht belegt.

Die erste Theorie besagt folgendes :

Während eines Tanzes von Edward II mit seiner Geliebten, der
Comtess of Salisbury, fiel ihr blaues Strumpfband zu Boden. Eine
äußerst peinliche Situation für die Comtess, welche der König an-
geblich so zu entspannen versuchte, indem er das Strumpfband
vom Boden aufhob, und sich mit folgenden Worten unter sein
eigenes links Knie band :

"Honi soit qui mal y pense" ( ein Schelm, wer Böses dabei denkt )

Dies sollte nun das Motto des zukünftigen Ordens werden.

Eine andere Theorie besagt, dass dieses Motto sich aber eher auf
Edwards Anspruch auf den französischen Thron bezogen haben soll.
1337 erklärte er nämlich als Enkel des Philip IV, König von Frankreich,
dem derzeitigen Nachfolger Philip V den Krieg. Der Beginn des
100-jährigen Krieges zwischen England und Frankreich.

Die Ordensträger

Der Orden wird gebildet aus dem Oberhaupt, dem Monarchen, sowie
dem Prince of Wales. Dieser ist stets Mitglied des Ordens. Weitere
Mitgliedern des englischen Königshauses, welche in den Orden aufge-
nommen wurden. Weitere auserwählten 25 Rittern, Ritter aus anderen
Ländern können ebenfalls in den Orden aufgenommen werden, werden
jedoch nicht mitgezählt. Genauso wenig wie Mitglieder des englischen
Königshauses. Zur Zeit der Entstehung 26 Mitglieder inkl. König.

Der Titel des Ritter vom Hosenbandorden ist nicht vererbbar. Nach dem
Tode eines Mitglieds, müssen daher alle Insignien zurück gegeben werden.

Wenn der Ritter keinen höheren Titel hat, wird er mit "Sir" angesprochen.
Hinter seinem Namen steht die Abkürzung K.G., was soviel bedeutet wie
Knight of the Order of the Garter. Seit 1987 sind auch Frauen als Vollmit-
glieder willkommen.

Die Insignien

Bis zum 16. Jh. waren das Hosenband, der Ordensmantel, sowie
ein Badge, welches den St. Georg darstellte, die Insignien des Ordens.

Das Hosenband bestand aus dunkelblauem Samt. Darauf der Schriftzug
Honi Soit Qui Mal Y Pense, dem Mottospruch des Ordens. Die Hosenbänder
konnten in ihrer Verzierung, von Träger zu Träger, variieren.

Der Ordensmantel war gefüttert mit weißem Seiden-Satin. Der Oberstoff
war dunkelblauer Samt. Auf der linken Brustseite war das Hosenband
nochmals aufgestickt. Verschlossen wurde der Mantel mit einer Kordel,
die im Laufe der Zeit ihre Form und Farbe etwas veränderte, wie auch
der Schnitt des Mantels.

Henry VIII führte im 16.Jh. die schwere Kette mit abwechselnd goldenen
Knoten, sowie rot emaillierten Tudor-Rosen, und natürlich einer St. Georgs
Figur mitsamt dem Drachen, ein.

Erst im 17. Jh kamen der Stern, sowie ein rotes breites Band hinzu. Der
Ordensmantel wurde, passend zur Mode, üppiger im Schnitt.

College of St George und die Poor Knights

Edward III gründete im Rahmen des College eine Gemeinschaft 26
verarmter Ritter, die täglich, bis an ihr Lebensende, für ihren König,
die Ritter des Ordens, sowie ihr eigenes Seelenheil beten sollten. Im
Gegenzug erhielten die Poor Knights Verpflegung und Unterkunft in
Windsor Castle. Die Zahl der 26 wurde jedoch im 16. Jh. auf 13 reduziert.

Im Jahre 1834 wurden sie in Military Knights umbenannt, und durften
von nun an, bis heute, ihre typische Uniform tragen.

Heraldik in der St. Georges Chapel

Jedes Neumitglied des Ordens erhält einen eigenen Platz in den
aufwändig geschnitzten hölzernen Sitzgruppen gotischer Art. Dort
wird auch das eigene Wappen auf einer Messingplatte angebracht.
Eine reichhaltige Sammlung der Wappenkunst des Mittelalters und
der Neuzeit, bis heute, entstand so, denn bis heute gab es etwa 990
Ritter des Ordens.

Über dem Platz hängt das Banner des jeweiligen Ritters, welche in
ihrer Gesamtheit den Bereich prächtig schmücken. Weiter oben sind,
passend zu den Bannern, Spangenhelme angebracht, mit der ent-
sprechenden Helmzier des Besitzers. Das Schwert, welches halb aus
der Schwertscheide gezogen dargestellt wird, verdeutlicht die Treue
und Einsatzbereitschaft für Gott, den König und St. Georg, sowie die
damit verbundenen ritterlichen Tugenden.

Abbildung: John Churchill, 1st Duke of Marlborough. - 1705 n.Chr.

St. George´s Day

Ab dem 23.April eines jeden Jahres, dem St. George´s Day, trafen
sich der Monarch und alle Ritter des Ordens zu einem 3-tägigen Fest.
In einer gemeinsamen Prozession, und nach festgelegten Ritualen
ging es in die St. Georges Chapel, wo gemeinsam gebetet wurde.

Seit dem Jahre 1948 findet das Treffen jedes Jahr im Juni statt. Die
Mitglieder des Ordens gehen weiterhin in Prozession, nachdem sie im
Waterloo-Chamber gemeinsam gespeist haben, in Richtung St. Georges
Chapel. Neumitglieder werden im Gebäudeteil, welches noch aus dem
12. Jh. besteht, feierlich in den Orden aufgenommen.

St. George, der Schutzpatron des Most noble Order of the Garter