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Passend zur höfischen Bekleidung stellen wir Euch hier eine Houppelande
der exklusiven Art vor. Auf Bildquellen des Spätmittelalters läßt sich ver-
muten/bestätigen, dass Bekleidungsstücke aus Samt tatsächlich aus reiner
Seide waren. Dies läßt sich dem speziellen Schimmer des Stoffes entnehmen.
Wer schonmal echten Seidensamt in der Hand hatte, wird dies vermutlich
bestätigen. Wir danken den grandiosen Malern für die realistische Darstellung
auf ihren Bildern.
Die folgende Tabelle soll Euch verdeutlichen, was ein solches Kleidungsstück
ungefähr in Euro kosten würde, damit Ihr eine Vorstellung habt, falls Ihr den
Wunsch habt, Euch ins gleiche Abenteuer zu stürzen. Der Preis richtet sich
nach den üblichen Angeboten.
| Das Material und die Arbeitsstunden | Der Preis |
| 4 Meter Seidensamt | ca 120 |
| 3 Meter Atlasseide | 90 |
| Material zum Nähen | 9 |
| Arbeitsstunden Nähen und Schnitt | 55 |
Ein Schnittmuster ist zum Glück schon vorhanden, sodass das Maßnehmen
und die Übertragung auf den Stoff weitaus schneller ging. Zunächst wurde
mit dem wunderbar fließenden Seidensatin begonnen. Es empfiehlt sich,
die Seide auf einen schweren Stoff, z.B. Wolldecke, o.ä. zu heften, bevor
man das Muster auf die Seide überträgt, da sie sehr leicht ist. Es empfielt
sich ein Sublimatstift, der auch in der Seidenmalerei verwendet wird. Dann
wird aus dem Satin kurzerhand die Schablone für den den Seidensamt.
Wichtig ist, dass man auf die richtige Florrichtung des Samtes achtet, sonst
schimmert das Kleidungsstück hinterher "fleckig". Außerdem wird auf die
linke Seite des Stoffes gezeichnet. Bitte achtet darauf, dass Ihr die einzelnen
Teile nicht Seitenverkehrt macht, das ist natürlich nicht nur ärgerlich, sondern
auch eine teure Angelegenheit.
Anhand der insgesamt 2 Rückenteile ( Futter- und Oberstoff ) wird
die Schablone für den Kragen erstellt. Beachtet bitte, dass der Kragen
am unteren Rand größer ausfallen muss, da er, wie auch die Rücken-
teile, versäumt und eingenäht wird. Am Besten, Ihr tastet Euch an die
wahre Größe des Kragens mit einem günstigen Stoff heran. Sonst wird
der Kragen schrumpelig. Wer möchte, kann im Kragen zusätzlich einen
speziellen Leinenstoff ( Buckram o.ä. ) einnähen, um ihn steifer zu machen.
Unten ist der Kragen des Futterstoffes dargestellt. Die Form ist noch
grob. Die Ausbesserungen werden nach und nach durchgeführt, damit
er passgenau sitzt.
Die drei Bilder unten zeigen folgendes :
1. Bild
Zwei Ärmelteile des Futterstoffes. Die Form wird noch etwas begradigt /
sauberer ausgeschnitten. Bei Seidensatin ist es nicht leicht. Man sieht,
dass das obere Teil etwas breiter als der untere Anschluss ist. Das liegt
daran, dass das obere Teil in Falten gelegt wird. Je nach dem, wieviele
und wie große Falten man haben möchte, umso breiter muss das obere
Teil sein. Von den Stücken braucht es natürlich jeweils zwei.
2. Bild
Linke Frontseite des Futterstoffes. Der untere Rand wird noch runder
ausgeschnitten. Die Spitze unten sanfter gestaltet. Man braucht natürlich
noch ein Stück für die andere Seite.
3. Bild
Rückenteil des Futterstoffes. Auch hier wird der untere Rand noch sanfter
gestaltet.
Anschließend wird der Ober- wie Futterstoff versäumt. Es werden quasi
zwei Jacken genäht. Eine aus dem Futterstoff, die Andere aus dem Oberstoff.
Natürlich muss der Futterstoff entsprechend anders herum zusammengenäht
werden, also die rechte Stoffseite nach innen, da man den Oberstoff an-
schließend über den Futterstoff zieht. Die Unterarme bleiben bis etwa kurz
vor dem Ellenbogen offen. Nach dem Nähen werden die Stoffe gefärbt.
2007
Das Projekt pausiert, aufgrund neuerer Erkenntnisse und andere Umsetzung...
April 2008
Das Projekt geht nun weiter. Es wurden ein paar Änderungen vorgenommen,
unter Anderem am Schnitt. Die Anleitung wurde entsprechend von Beginn an
abgeändert.
Der Futterstoff wird nun in den Oberstoff gesteckt, und an allen
entsprechenden Stellen miteinander vernäht. Die Knöpfe an den
Unterarmen werden angebracht, wie auch die Schlaufen. In die
Front werden Haken und Ösen eingenäht. Die Jacke ist fertig.
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