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Als Anfänger fragt man sich oft "Oje...welchen Stoff nehm ich denn ??",
solchen Leuten soll hiermit eine kleine Hilfe gegeben werden. Als erstes
sollte man jegliche Synthetik-Stoffe vermeiden, dafür gibt es vier Gründe :



Es sieht einfach nicht "echt" aus, vom Fallen und Griff des Stoffes ganz zu schweigen.
Solche Stoffe gab es damals noch gar nicht.
Synthetik-Stoffe verhalten sich am und im Feuer wesentlich ungünstiger als natürliche Stoffe. Bitte probiert es nicht aus, wenn ihr die Kleidung tragt. :-)
Natürliche Stoffe sind atmungsaktiver, und deshalb gesünder für die Haut und den Kreislauf. Sie wärmen im Winter, und im Sommer kühlen sie durch Verdunstungskälte.


Hier gebe ich Euch nun eine Liste der Naturstoffe in der Reihenfolge des Gebrauchs :

1. Leinen

Leinen/Flachs ist so ziemlich der häufigste Stoff. Er wird aus den Pflanzenstengeln gewonnen.
( Wer sich grobes Leinen kauft, wird mitunter ein paar kratzige Überbleibsel aus der Produktion entdecken können. )
Dieser Stoff eignet sich bestens für Unterwäsche und Oberbekleidung,
für Innenfutter, wenn es feiner gewebt ist,
und war quer durch alle Gesellschaftsschichten vertreten. Je feiner gewebt,
desto reicher der Träger.
Leinen ist sehr atmungsaktiv und sorgt für ein gutes Klima auf der Haut, Sommer wie Winter.
Es gab ihn in den verschiedensten Farben ( s. kleine Farbenkunde ).
Allerdings blieb Unterwäsche in der Regel ungefärbt. ( Wozu sollte man sie auch färben, wenn man sie eh nicht sah ?! )

2. Wollstoff

Genauso häufig wie Leinen war dieser sehr beliebte Stoff.
Er wurde in der Regel aus der Wolle von Schafen gewonnen.
Auch dieser Stoff fand in allen Gesellschaftsschichten seinen Platz. Er ist sehr praktisch,
da er wie Leinen sehr atmungsaktiv ist, im Winter gut wärmt, und den Regen für sehr lange Zeit einfach abprallen lässt.
Reiche Leute und Adlige dürften feingewebteren Wollstoff getragen haben.
Er eignet sich bestens für Oberbekleidung und einige Kopfbedeckungen, wie z.B. Gugeln.
Auch Wollstoffe gab es in unterschiedlichen Farben.

3. Baumwolle, Leinen-Baumwollgemisch = Barchent

Baumwolle kam durch die Araber nach Europa. Ursprünglich erhielten sie ihn aus Indien,
wo er schon sehr lange angebaut wurde.
Selbstverständlich war auch dieser Stoff sehr teuer, so dass er in Europa, wenn er denn gebraucht wurde, mit Leinen vermischt wurde. Diese Mischung von Leinen und Baumwolle nennt man Barchent.
Baumwolle hatte den Vorteil, dass es viel weicher war als Leinen, und so angenehmer zu tragen war, da es nicht kratzte oder piekste. Barchent wird also auch angenehmer zu tragen gewesen sein, als reines Leinen.

4. Seide

Seide wurde eigentlich nur in Asien, hauptsächlich China, hergestellt.
Durch den langen und gefährlichen Transportweg nach Europa konnten sich nur die Reichsten Seide leisten.
Auch wenn Seide sehr empfindlich zu sein scheint,
wenn man sich das äußerst feine Gewebe anschaut, so ist es doch ein relativ robustes Material. Da es ein sehr exklusiver Stoff ist, gab es ihn in den herrlichsten Farben.
Ich würde ihn für Futterstoffe empfehlen.

5. Pelze und Felle

In den höheren und höchsten Gesellschaftsschichten getragen, war es ein Zeichen von Reichtum und Macht.
Es wurde hauptsächlich als Innenfutter verwendet.
Zum Tragen z.B. kamen Eichhörnchenfell ( Fehpelz ) und Hermelin.
Dem einfachen Volke war dies nicht gestattet, sie mussten daher z.B. auf Katzenfell zurückgreifen. ( Ist gut als Unterstützung gegen Rheuma und Nierenbeckenentzündung :-) )

6. Samt und Brokat

DIE exklusivsten Stoffe überhaupt. :-)
Brokat z.B. ist ein Seidengewebe, wo Gold- und/oder Silberfäden eingewebt werden, um ein bestimmtes Muster zu erhalten.
Es eignet sich hervorragend für Oberbekleidung.



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