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Rund um das mittelalterliche Feuer.

Seitdem der Mensch vor mehreren tausend Jahren das Feuer "gefunden"
hat, geht es mit der Evolution enorm aufwärts. Feuer wärmt, spendet Licht,
schützt vor wilden Tieren, und macht Speisen genießbarer. Aber Feuer ist
auch gefährlich, es verbrennt, erstickt, tötet. Darum sollte man unbedingt
auf die Sicherheit achten !

Für eventuelle Schäden an Leib, Leben und Materialien übernehmen wir
keinerlei Verantwortung. Vorsicht sei auch mit dem Feuerstein geraten,
denn dort können Splitter abbrechen, die dann in das Auge fliegen können !
Die Verantwortung muss jeder, der ein Feuer macht, selber tragen !

Wer ein Feuer im Rahmen einer mittelalterlichen Veranstaltung, o.ä.
machen will, sollte zuerst einige Sachen bedenken :

Ort des Feuers :

Das Lagerfeuer sollte so weit weg von Zelten und Möbeln stehen, dass
sie durch übermäßige Hitze oder Funkenflug nicht Feuer fangen. Auch
der Boden unter dem Feuer sollte frei von brennbaren Materialien sein
( trockenes Gras etc. ) Es sollte nach Möglichkeit so platziert sein, dass
der Rest des Lagers vor Rauch geschützt ist, außerdem sollte eine aus-
reichende Sauerstoffzufuhr gewährleistet sein, sonst entsteht zuviel
Kohlenmonoxid und man erstickt im Schlaf !

Wie geht es weiter ? :

Hat man nun eine geeignete Stelle gefunden und gesichert ( z.B. durch
Steine ringsrum ) muss man sich ans Holzsammeln machen. Es sei denn,
der Veranstalter hat einen großen Vorrat, oder man hat sich Holz mitge-
bracht. Logischwerweise brennt trockenes Holz besser als nasses Holz.
Wenn es aber nur feuchtes, oder nasses Holz gibt, stellt man es in einem
sicheren Abstand zum Lagerfeuer, so kann es durch die intensive Wärme
besser trocknen. Nun hat man auch das nötige Holz, große, kleine und
ganz kleine Stücke. Das Feuer muss sich langsam durcharbeiten. Wenn
man es mit einem zu großen Stück Holz ganz zu Anfang erstickt, wird
nichts daraus.

Nun will man aber nicht unbedingt so viel neumodisches Zubehör auf einer
mittelalterlichen Veranstaltung sehen, es verdirbt das Ambiente, also ent-
schließt man sich ganz traditionell das Feuer zu entfachen. Nur wie ?!

Feuerzeuge, wie es sie heute gibt, gab es damals im Mittelalter noch nicht,
und auch das Streichholz wurde erst 1844 von einem Schweden erfunden.
Was nahm man stattdessen ?

Ganz einfach :

Man nehme ein Schlageisen, einen Feuerstein und etwas Zunder ( z.B. ein
Teil von einem an Bäumen wachsenden Pilzen ). Es gibt auch Alternativen
zu Zunderschwämmen, da sie sehr selten sind. Man sollte daher auch die
Alternativen in Betracht ziehen. Stroh, Birkenrinde, Rohrkolbensamen oder
auch die weißlichen Flugsamen einer Distel. Diese sehen so ähnlich aus
wie Baumwolle.

Nun nehmt Ihr den Feuerstein in die eine Hand, und in die Andere ein
Schlageisen. Mit dem Schlageisen schlagt Ihr mit relativ viel Kraft, aber
ebenso mit Gefühl von oben auf/an die Seite des Steins. Dabei, wenn
man geübt ist, oder Glück hat, fliegen dann winzige Funken. Damit der
Zunder auch einen Funken auffängt, und anfängt zu glimmen, sollte er
dort plaziert werden, wo die Funken hinfallen werden. Wer mehr Übung
hat, wird vielleicht seine eigene Technik kreieren. Hat der Zunder nun
einen Funken gefangen, muss man ihn vorsichtig anpusten, um das
Feuer irgendwie in Gang zu bringen. Hat man nun den Eindruck, dass
es reicht, legt man ihn das Nest aus kleinen leicht brennbaren Materialien.
Nun arbeitet man sich, bzw. das Feuer vor, und füttert es, bis es immer
größer wird. Natürlich nur in einem begrenzten Maße. :-)

Interessant sind auch die verschiedenen Arten, ein Feuer aufzubauen. Man
kann entweder den Zunder mit dem leicht brennbarem Material in eine Art
Tipi aus dünnen Hölzern geben, oder in eine Art hölzernen Turm. Eine
andere Möglichkeit wäre, zwei nicht zu trockene dicke Äste parallel zu
plazieren, und in deren Mitte das Feuer zu entfachen. Auf die Stämme
kann man Töpfe oder Pfannen stellen. Ideal, wenn man sonst noch keine
Ausrüstung wie ein Dreibein, oder ähnliches hat.



Tipifeuer, Pyramidenfeuer, Parallelfeuer



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