Listinus Toplisten Ritter gegen Rechts Topliste der Wahren Bergischen Ritterschaft Listinus Toplisten
optimized for 1024x768 mode and
Der Ostturm
Der Westturm
Großer Kamin
Locus necessitatis
Bücherschränke
Eure Werke
Links
Williams Gemächer
Johns Gemächer
Innerer Hof
White Hall
Große Küche
Gästehäuser
Nähstube
Werkstätte
Kapelle
White Stables
Brunnen
Weide

1486 - 1502

Historisch gesehen endet das englische Mittelalter mit der Schlacht von
Bosworth Field ( 22. August 1485 ). König Richard III. wird in dieser letzten
großen Auseinandersetzung der „Rosenkriege“ zwischen den Häusern von
Lancaster und York getötet und der Waliser Henry Tudor ( Henry VII. ) lässt
sich zum neuen Monarchen krönen. Viele Ideen des Mittelalters leben jedoch
weiter, und so bleibt auch die Artussage nach wie vor ein beliebtes Propa-
gandamittel des Königshauses. Im 13. Jahrhundert hatte Edward III. noch die
Idee, seine Herrschaft mit der des legendären King Arthur zu vergleichen und
das Konzept des „Runden Tisches“ und der „Ritter der Tafelrunde“ neu aufleben
zu lassen. Aus dieser Idee wurde letzten Endes der „Order of the Garter“, ein
Ritterorden mit zahlenmäßig limitierter Mitgliedschaft, der auch im heutigen
Grossbritannien noch besteht, ins Leben gerufen. Wie einst Henry IV., so musste
auch Henry VII. sich sein Recht auf den englischen Thron absichern und auch für
die kommenden Generationen bewahren. Als Erstes vereinte Henry die zerstrittenen
Häuser von Lancaster und York durch seine Heirat mit Elizabeth von York und garan-
tierte so, dass der Name Tudor in Zukunft unangefochtenen Anspruch auf die Krone
Englands hatte. Als dann aber am 20. September 1486 sein erster Sohn geboren
wurde, kam Henry die Idee, wie er seine Familie mit einer noch viel älteren könig-
lichen Linie verbinden könnte: “HIC IACET ARTHURUS, REX QUONDAM REXQUE
FUTURUS”. Das angebliche Grab des König Arthur in Glastonbury Abbey besagt
mit seiner Grabinschrift, dass Arthur der „ehemalige“ und auch der „zukünftige“
König Britanniens sei. Die Inschrift wird auch von Sir Thomas Malory in seinem
bedeutendem Artusroman „Le Morte Darthur“ wiederholt, ein Werk welches
1485 von dem Drucker William Caxton veröffentlich wurde und daher dem
neuen Monarchen und dem restlichen Adel durchaus ein Begriff gewesen sein
mag. Laut der Legende soll Arthur eines Tages zurückkehren, um seine Nation
erneut anzuführen. Als es also dazu kam, einen Namen für den neugeborenen
Sohn zu finden, spielte Henry VII. auf das Vermächtnis des legendären Königs
an, und benannte ihn Arthur Tudor, Prince of Wales. Durch Henrys Bemühungen
würde England nach seinem Tod wieder einen King Arthur auf dem Thron haben!

Dieser Traum sollte jedoch nicht in Erfüllung gehen. 1489 schloss Henry ein
wichtiges Bündnis mit dem spanischen König Ferdinand, welches zu der Hochzeit
von Arthur mit dessen Tochter, der spanischen Prinzessin Katharina von Aragon,
führte. Arthur und Katharina heirateten in der Londoner Kathedrale von St. Pauls
im November 1501 und bezogen kurz dannach ihre neue Residenz im Ludlow
Castle, an der Grenze zwischen England und Wales. Der Erfolg der neuen Tudor
Dynastie sah innen- wie auch außenpolitisch gesichert aus. Am 2. April 1502
jedoch, nur wenige Monate nach der Eheschliessung, starb Kronprinz Arthur
nach einer kurzen Krankheit, und Britannien verlor die Chance einer zweiten
Artuslegende. Der Tod von Prince Arthur hatte aber weitaus wichtigere Aus-
wirkungen auf die Geschichte Englands, als nur der Verlust einer Artusfigur.
Die Pläne von Henry VII. im Bezug auf den erstgeborenen Sohn waren zwar
fehlgeschlagen, aber die wahre Stärke der Tudor Monarchie wird deutlich
durch ihre Brillianz, auch diesen Niederschlag in einen Erfolg umzuwandeln.
Das erste Problem war das Bündnis mit Spanien, welches durch den Tod
des Kronprinzen gefährdet war. Zuerst überlegte König Henry, ob er nicht
selbst die Witwe seines verstobenen Sohnes heiraten sollte, um den Vertrag
mit Spanien zu erfüllen. Am Ende vermählte er aber Katharina von Aragon
mit seinem zweiten Sohn Henry, der durch den Tod von Arthur zum neuen
Thronfolger und Prince of Wales gemacht wurde. Aus diesem zweiten Sohn
wurde später Heny VIII., der vielleicht bekannteste und berüchtigste aller
englischen Könige.
Anmerkung: Besucher der Great Hall in der südenglischen Stadt Winchester
können den sagenhaften Runden Tisch des König Arthur besichtigen. Die Idee
des „Round Table“ ist natürlich Legende und wird zum ersten Mal in der Chronik
des anglo-normannischen Dichters Wace („Roman de Brut“, 1155) erwähnt. Bei
der Tischplatte (die Beine sind nicht erhalten geblieben) handelt es sich um ein mittelalterliches Replikat, dessen genauer Ursprung leider nicht bekannt ist, das
oft aber Edward III. zugesprochen wird. Auffallend ist aber die Bemalung des
Tisches, dessen Mitte von einer rot-weissen Tudorrose geschmückt wird. Die
Tischplatte wurde anscheinend in 1522 für einen Staatsbesuch des Kaisers Karl V.
restauriert und nach Tudoransprüchen verändert. Am Kopf des Tisches ist ein
Gemälde, welches König Artus darstellt, aber eigentlich das Gesicht eines jungen
Henry VIII. zeigt. Dies bezeugt, dass die Tudor Familie, selbst nach dem Tod
von Prince Arthur, noch auf einer Verbindung mit der Artuslegende Wert legte.
Die wahre Artusreinkarnation heisst demnach nicht Prince Arthur, sondern King
Henry VIII.

(c) by Richard Malory



Begriffe von A-Z : B / Glastonbury

Cheney HouseholdVirtuelles DorfForumWappenbuchImpressum & Infos